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Hugos Restaurant – Berlins Sterne Restaurant in neuem Glanz

Freitag, 09. Oktober 2015
von

Meine 73jährige Begleitung strahlt: "Vor 50 Jahren sind wir hier oben regelmäßig zum Tanz unterm Sternenhimmel gewesen" sprudelt es aus ihr heraus, als uns Eberhard Lange im Hugos willkommen heißt. "Oh ja, das ist eine halbe Ewigkeit her" erwidert der jüngst zum Chefkoch avancierte Lange, der bereits 17 Jahre an der Seite des ehemaligen Küchenchefs Thomas Kammeier agierte. "Damals konnte man hier oben noch das Dach öffnen", fährt er fort "und das Hugos hieß noch Zum Hugenotten und war im Erdgeschoss".

Nun ist es im 14. Stock des Hotels InterContinental Berlin, hat seit 1999 durchgängig einen Michelin Stern sowie 17 Gault Millau Punkte und zählt somit bereits seit 16 Jahren zu den ersten kulinarischen Adressen der Stadt. Dafür wird nicht zuletzt auch der Teamgeist verantwortlich sein, der schon unter Kammeier groß geschrieben wurde und nun auch unter Lange immer Priorität hat. "Unkompliziert und mit Leidenschaft" wird sowohl gekocht als auch serviert. "Bodenständige Gourmetküche" lautet die Devise.

Ein Motto, dass sich auch im gerade erst vollkommen neu gestalteten Interieur des Hugos widerspiegelt: graubraune Wände, dunkle skandinavische Designermöbel, dezente roséfarbene Details und üppig mit Hortensien befüllte Gefäße schaffen ein modernes und zugleich wohnliches Ambiente, das geschickt die immer noch zeitgemäßen Elemente längst vergangener Jahrzehnte einzubinden versteht. Während wir an der endlos scheinenden Fensterfront Platz nehmen, können wir den Blick kaum von der noch taghellen Stadt wenden: Links die Goldelse. Da der Potsdamer Platz. Der Fernsehturm. Und das dort hinten, ist das nicht das Brandenburger Tor?

Der Ausblick ist spektakulär! Ein Ereignis für sich, wie die Stadt langsam in der Dunkelheit versinkt und zu einem Meer aus Lichtern wird. An der Scheibe beginnen sich Regentropfen zu sammeln. Stundenlang könnte ich hinaus starren. – Aber ja doch: wir sind zum Essen gekommen. Der ansteckend fröhliche Sommelier Manfred Welter ist Herr über die 300 Positionen der Weinkarte und nimmt charmant unsere Auswahl an Gängen aus drei Menüs, darunter auch ein vegetarisches, auf.

Die Küche sendet als Willkommensgruß "konfierten Lachs mit Wasabi, Rindertatar auf gebuttertem Toast und eine Beete Variation", die vor allem mit einer tiefrot glänzenden Kugel beeindruckt, die im Mund zerplatzt und einen herrlich frischen Saft frei gibt. Ein Trio, das gebührend einstimmt und uns begeistert das bevorstehende Menü erwarten lässt. Zuvor noch eine Brotauswahl nebst Kürbiskernbutter und Kräuerquark, serviert in dunklen Keramikbechern mit einem Holzmesser. Sehr stilvoll!

Das Amuse erweist sich als ein Stück Reh, zart wie Marzipan, auf Kürbiscreme nebst knackiger Piemont Kirsche, dunklem Fond und frischem Kräutlein. Ich denke an Kästners "Kleinen Mann": rosa Marzipan! – Einfach vorzüglich! Der erste Gang "Ceviche vom Heilbutt" kommt ganz ohne Zwiebeln aus und erlangt seine Frische durch winzige Grapefruitwürfel, in Pisco marinierte Äpfel und Shisokresse. Dazu eine samtige Avocadocreme mit feiner Schärfe. – Fantástico!

Die auf den Punkt gebackene Langostino zum zweiten Gang serviert das Küchenteam mit knallgrünem Spargel, aromatischen Steinpilzen und einem Tupfer Salz-Zitronengel nebst kandierten Zitronenzesten. Spätestens jetzt wissen wir, dass es keinen besten Gang geben wird. Einfach alles hier macht Spaß. So auch das bei 62° C wachsweich gegarte Bio-Ei auf einem warmen Bett aus Rettich, getoppt von einem Crostini mit Kopfsalat, australischen Finger Limes und Kräutern in einem würzigen Karottensud, dicht gefolgt vom vierten Gang, einem Rochenflügel mit Sauce escabèche, Fenchel und Buchweizen, der ebenfalls so gut ist, dass die Superlative dafür langsam langweilig würden.

Bei einer derartig guten Küche bleibt natürlich auch die Prominenz nicht aus und so tummelten sich auf den Gästelisten des Hugos bereits zahllose nationale und internationale Größen von Helmut Kohl bis Putin und von Bill Gates bis Liza Minelli. "Ob die auch ein so famoses Dessert hatten?" frage ich mich, als wir "Valrhona-Schokolade und Knuspertörtchen" in Form eines Schoko-Orangen-Creme-Würfels, einer Sanddorn-Marshmallow Stange, einem Valrohna Sorbet und einem gläsern anmutenden Birnenchip genießen. Dazu saftig weiche Birne und ein grüner Estragon Jus. – Genial, Herr Lange! Und einen schönen Gruß auch ans Team!

Dienstag bis Samstag
18.30-22.30 Uhr
Weinbar ab 15 Uhr

Hugos Restaurant
Budapester Str. 2
InterContinental Berlin, 14. Etage
10787 Berlin-Tiergarten

email.
fon. +49 30 260 212 63

www.hugos-restaurant.de

preisniveau. € € €

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Details & Karte

Dienstag bis Samstag
18.30-22.30 Uhr
Weinbar ab 15 Uhr

Hugos Restaurant
Budapester Str. 2
InterContinental Berlin, 14. Etage
10787 Berlin-Tiergarten

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