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Hedwig Bollhagen - Seit 80 Jahren von Hand gefertigte Keramik

Mittwoch, 18. Februar 2015
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Beinahe 20 Jahren ist es her, dass ich die Keramik von Hedwig Bollhagen zum ersten Mal in Händen hielt. In der Bleibtreustraße war das. Bei Seidlein & Seidlein, in dem für mich ehemals schönsten Einrichtungsgeschäfts Berlins. Die Entwürfe der 'Grande Dame' der Bauhaus Keramik hatten mich sofort begeistert. Ihre Schlichtheit, aber auch ihre Wandlungsfähigkeit durch unterschiedlichste Dekore. Mal grafisch, mal verspielt und nicht zu vergessen die Vielzahl an Motiven für Kinder.

Vom ersten Moment an hatten es mir vor allem auch die weißen unbemalten Geschirrteile und die streng schwarz-weiß gestalteten Vasen und Döschen angetan. Sie waren es auch, mit denen vor 80 Jahren alles seinen Anfang nahm, als Hedwig Bollhagen mit dem Bestreben "Alltagsgeschirr abseits jeglicher Alltäglichkeit" in den heute noch betriebenen Werkstätten in Marwitz zu produzieren begann.

Aber von vorn: 1907 wurde Hedwig Bollhagen in Hannover geboren. Aus einem künstlerisch-musischen Elternhaus kommend, begann sie 1925 an der Keramischen Fachschule Höhr-Grenzhausen zu studieren. Es folgten zahllose Etappen, an denen sie sich handwerklich und gestalterisch weiter entwickelte. Stark inspiriert wurde die selbstbewusste Künstlerin dabei vom Werkbund. Dort entwickelte sie ihren unverwechselbaren Stil, der bis heute als prägend für einen wichtigen Teil der deutschen und internationalen Kulturgeschichte gilt.

1934 eröffnet sie dann die Werkstätten in Marwitz, in denen bis heute in zahllosen Handarbeitsschritten Manufaktur Keramik von höchster Qualität entsteht. Bis zu 40 mal wird jedes einzelne Produkt in die Hand genommen, bis es am Ende genau genommen ein "Unikat in Serie" ist. Mit grenzenloser Schaffensfreude entwarf die Künstlerin bis zu ihrem Tode im Jahr 2001 hunderte von Formen und Dekore, bei denen es nie darum ging, etwas einfach nur schön aussehen zu lassen. "Es ging darum, etwas Vollkommenes zu schaffen."

1972 erfolgte unter der Regierung der DDR die Verstaatlichung. Bollhagen wurde nur noch unter dem Ladentisch gehandelt und erst 1992 mit der Reprivatisierung wieder einem breiteren Kundenkreis zugänglich. Viele Jahre litt das kleine Unternehmen noch an den Spätfolgen der Planwirtschaft, konnte gar nicht oder nur mit langen Wartezeiten liefern, bis vor zwei Jahren Alexander Grella das Unternehmen kaufte und nun in die Gegenwart führt.

Mittlerweile gibt es neben dem Werksverkauf in Marwitz wieder zahllose Verkaufsstellen in ganz Deutschland. Darunter so renommierte Orte wie das KaDeWe in Berlin oder Le Bon Marché in Paris. Die größte Auswahl bietet jedoch nach wie vor die 130qm große Verkaufsfläche direkt an den Werkstätten in Marwitz, keine 40 Minuten mit dem Auto von Berlins Zentrum entfernt.

All denen, die es dorthin nicht schaffen, sei allerdings schon mal verraten, dass noch in diesem Jahr auch ein Online Shop ans Netz geht, in dem fortan das gesamte Sortiment von Hedwig Bollhagen zu erwerben sein wird. Manchmal hat moderne Technik eben auch ihr Gutes!

Montag bis Freitag 10-17 Uhr
Samstag 10-16 Uhr

HB-Werkstätten für Keramik
Hedwig-Bollhagen-Straße 4
16727 Oberkrämer / Marwitz

email.
fon. +49 3304 39 8 00

hedwig-bollhagen.com

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Samstag 10-16 Uhr

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