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Berliner Lieblingsortevon Eat! Berlin Macher Bernhard Moser

Mittwoch, 29. März 2017
Bernhard Moser von der eat!berlin
Die Orte im Überblick
Karte (10)

Dackel Anton ist der erste, der mich an der niederen Eingangstür des kleinen Häuschens aus dem 18. Jahrhundert begrüßt. Am ruhigen Ende der Wilmersdorfer Straße geht es ländlich zu. Dunkle Holzbalken. Karierte Tischdecken. Die Weinschule von Bernhard Moser hat in dem alten Gemäuer ein perfektes Zuhause gefunden.

Über 250 Jahre ist das Haus bereits alt. Inklusive altem Kriechkeller und einem wunderschönen kleinen Innenhof, der einen die Nähe zum Zentrum gänzlich vergessen lässt. Wie gemacht für den im österreichischen Bramberg geborenen Bernhard Moser und seine Weinseminare.

In Saalbach-Hinterglemm verbrachte er seine Kindheit. Ein Ort, an dem man wahlweise Landwirt, Gastronom oder Hotelier wird. Er verband in einer speziellen Ausbildung alles miteinander und gewann von der Aufzucht bis zum Service Einblick in alle Bereiche der Kette. "Da bekommt man einen ganz anderen Blick auf Dinge", so Moser.

Mit 17 war er bereits fertig, holte das Abi nach und arbeitet parallel in Hotels, Bars und als Pâtissier. Mit seinem Bruder erkochte er sogar einmal eine Haube. Damals eine Sensation. In Salzburg wurde er Diplom-Sommelier und zog für die Leitung von Pre-Openings oder die Gastronomische Leitung der Basic Bio-Supermärkte weiter nach Stuttgart, München und Frankfurt. Erst dann ging es nach Berlin.

Die Hauptstadt war immer sein Ziel gewesen. Vielleicht, weil seine Mutter Berlinerin war und seine Eltern sich hier kennengelernt hatten. Vielleicht aber auch, weil er die große Offenheit hier schätzte und ahnte, dass hier Raum für seine Visionen war. Doch zunächst stürzte er sich erneut in ein berufsbegleitendes Studium.

Er entwickelte ein Vier-Säulen Konzept für die Gastronomie, mit dem er später eine Unternehmensberatung gründete und mit viel Erfolg Restaurants sanierte. Im Zuge dessen entstand die Idee, das oft schlecht geschulte Personal weiterzubilden und er eröffnete kurzerhand auch noch eine Weinschule.

Er bekam seine eigene Genuss-Sendung auf Radio 1, begann Weinseminare für Endverbraucher anzubieten und konzentrierte sich zunehmend auf das Projekt Weinschule Berlin. Dreizehn Jahre gibt es die nun schon.

Als er dann 2010, aus einer Weinlaune heraus, gemeinsam mit dem Radiomoderator Peter Radszuhn, seiner Frau Albena, den Werbern Claudia und Siegbert Mattheis sowie dem Stadtkenner Volker Schewitz damit begann, die erste Eat! Berlin zu planen, hatte er sich bereits längere Zeit mit der Idee zu einem Genießer-Festival beschäftigt.

RBB, Tagesspiegel und Gault Millau wurden schon bald Partner. Marco Müller vom Rutz Restaurant ging als erster renommierter Koch an den Start und brachte Joschka Fischer und Pepe Dankquart zum gemeinsamen Kochen für die Gäste mit. Die ersten spannenden Events, die neben den exklusiven Menüs der teilnehmenden Restaurants, die Eat! Berlin noch immer ausmachen.

Heute wird, was Bernhard Moser und sein Team kuratieren, blind gebucht. Die Eat! Berlin ist ein Garant für besondere Abende und höchste Qualität. Beispiel: Sterneköchin Sonja Früsammer serviert in der Kulisse von Schneewitchen auf der Bühne der Komischen Oper "7 Zwergengänge" und lässt ihren Mann und Sommelier Peter Frühsammer exklusive Weine kredenzen.

Events, die man mit Geld normalerweise nicht kaufen kann, das ist die Idee der Eat! Berlin, mit der er vor allem auch international ein Zeichen gegen das "Shabby-Image" von Berlin setzen möchte. "Ich möchte die Leute, die heute noch zum Genießen nach Barcelona fahren, hierherholen", schließt er kämpferisch, bevor er mir seine zehn Lieblingsorte in Berlin verrät...

Komische Oper. Der Ort für sich genommen sei schon toll und er als Österreicher möge natürlich auch das Barocke des Interieurs sehr. Er liebe die frischen Inszenierungen, wie zuletzt von "Die Perlen der Cleopatra". Da sei er fast vom Stuhl gefallen vor Lachen.

Bistro Grundschlag. Erst kürzlich eröffnet, sei das neue Bistro von Sonja und Peter Frühsammer schon jetzt einer seiner Lieblingsorte. Hier könne man sowohl mittags als auch am Abend ganz wunderbar bei der Sterneköchin essen ohne die üblichen Menü-Preise aufbringen zu müssen. "Da könnte ich jeden Tag hin", so Moser.

Tim Raue. Insbesondere mittags sei er gerne im Restaurant des Sternekochs. "Einfach, weil er so wahnsinnig gut kocht", schwärmt Moser. "Seine Teller würde ich unter denen dutzender anderer Sterneköche erkennen." Raues und die von Sebastian Frank vom Horváth. Beide hätten eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift.

Paasburg's. Der Inhaber dieser Weinhandlung am Südwestkorso sei zunächst einmal ein toller Mensch. Er lebe seinen Slogan "Wein aus Leidenschaft" mit Leib und Seele. Im Übrigen schätze er, dass Paasburg ein besonders tiefes Sortiment seines Lieblings-Weinguts Heymann-Löwenstein führe.

Käseinsel. Neben einer großartigen Käseauswahl und italienischer Feinkost, gebe es in dem Laden an der Inselstraße vor allem auch, den seiner Meinung, nach besten Kaffee der Stadt. Eine Röstung der Friedrichshainer Manufaktur Blaue Bohne, die hier perfekt gebrüht würden. Jeden Tag würde die Maschine entsprechend des Luftdrucks neu justiert.

Astor Film Lounge. "Wer einmal hier war, kann in kein anderes Kino mehr", konstatiert der Sommelier. Die Idee mit dem kulinarischen Konzept fände er einfach spitze. "Da wird der Film beinahe zur Nebensache", schmunzelt er. "Kino auf einem neuen Level."

Van Gogh Bar. Die Piano-Bar in der Grolmannstraße habe eine hervorragende Weinkarte, was er sehr schätze, weil er selbst keine Cocktails trinke. Der Inhaber Kim Weitzendorf sitze jeden Abend persönlich am Klavier und sorge für ein stilvolles Ambiente. Tagsüber male der auch gerne. Die Bilder in der Bar stammten alle von ihm.

The Feuerle Collection. Diese Ausstellung in einem alten Bunker schätze er beinahe noch mehr für seine Gesamtwirkung als für die gezeigte Kunst an sich. Die schummrigen Räume mit ihren punktuell beleuchteten Objekten kreierten einfach eine tolle Stimmung. Kürzlich habe er hier für 20 Hörer von Radio Eins ein exklusives Menü gekocht und die Gäste entsprechend mit inszeniert.

Bayerisches Haus Potsdam. Zuletzt sei er anlässlich seines Hochzeitstages mit seiner Frau in dem Potsdamer Hotel gewesen. Zum Essen und Übernachten. Er möge es, sich in Berlin und Umgebung eine Auszeit zu nehmen. "Das sollte man viel öfter machen", so Moser.

Hot Spot. Hier habe er zum ersten Mal, in einem chinesischen Restaurant, einen Kellner über "spontane Weingehrung" reden hören. Das habe bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Heute sei das Restaurant bekannt für seine exzellente Weinkarte. Die Gerichte "Rotgeschmorte Löwenköpfe" und die "Mit Teeblättern geräucherte Ente" seien seine Favoriten auf der Speisekarte.

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