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Koch und Fotograf Benjamin Donaths Lieblingsorte in Berlin

Samstag, 01. Oktober 2016
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Auf seinem Rennrad kommt Benjamin Donath mir vis-à-vis des Restaurant Vox am Potsdamer Platz entgegen. Obwohl auch er, wie viele andere junge Köche, tätowiert ist, wirkt er dabei ganz anders als seine zahlreichen Kollegen. Vielleicht liegt das daran, dass er eben nicht nur gelernter Pâtissier, sondern auch ein begnadeter Fotograf ist.

Aber von vorn... 1980 wurde der leidenschaftliche Weltenbummler in Potsdam geboren, verbrachte dort seine Kindheit und eine wilde Jugend, die dank einer Ausbildung zum Konditor auf Norderny eine positive Wendung nahm. Die Menschen, die ihm dort begegneten, brachten ihn auf den Boden.

Vier Jahre später war er wieder in Berlin und machte seine erste Station als Pâtissier in der Bankettküche des Hotels Inter Conti. Nebenbei wurde er Teil der Jugend Nationalmannschaft der Köche, ging in "Trainingslager" und auf Wettbewerbe, lernte viel und traf spannende Leute aus der ganzen Welt.

Sein Ehrgeiz war geweckt und so wurde bereits seine zweite Station das Sternerestaurant First Floor, wo er unter Matthias Buchholz vom Pâtissier zum Koch wurde. Nun wollte er die Welt kennenlernen. Zwölf Monate reiste er von L.A. nach Australien, wo er zeitweise auch als Koch arbeitete, weiter nach Neusseeland und Singapur über Bangkok wieder nach Berlin.

Dort baute er die Küche des Restaurant Shiro i Shiro in Mitte mit auf, lernte dort bei einer Hochzeitstorten-Beratung seine spätere Frau kennen und reiste ein gutes Jahr später mit ihr für drei Monate durch Asien. Wieder hatte Ihn das Reisefieber gepackt.

Nun ging es nach München, wo er in der BMW Welt ein Restaurant für den international erfolgreichen Caterer Do&Co aufbaute und mit einem fantastischen Team zusammenarbeitete.

Anderthalb Jahre später ging es zurück nach Berlin. Das Hotel Hyatt wurde seine nächste große Station. Über fünf Jahre arbeitete er dort als Pâtissier und avancierte jüngst zum Events Operations Manager, denn auch der organisatorische Aspekt in Küchen hatte ihn immer gereizt.

Mit der Fotografie begann er vor etwa 10 Jahren. Zunächst nur, um Abläufe beim Kochen zu dokumentieren und später auch um Facebook mit Bildern zu füttern. Er entwickelte eine echte Leidenschaft für Kamera und Licht, tauchte immer tiefer in die Thematik ein und produziert heute so wunderschön klare, aber zugleich stimmungsvolle Bilder, dass ich sofort völlig hin und weg war.

Im Mai dieses Jahres ging er mit seiner eigenen Website live. Eatery Berlin heißt sie. Vor ein paar Wochen folgte sein erstes Kochbuch mit dem Titel Bowl Stories. Beides gibt Einblick in sein großes Gespür für Komposition, Licht und selbstverständlich gutes Essen. Bei einem Kaffee hat er uns seine zehn Lieblingsorte in Berlin verraten...

Frische Paradies. Während er die Bilder für sein Buch produziert hat, sei er beinahe täglich in dem Feinkost-Großhandel für Gastronomie und Privatköche gewesen. Aber auch sonst sei dieser Tempel der Kulinarik sein regelmäßiger Anlaufpunkt, wenn es um besonders frische, vor allem aber ausgefallenere Lebensmittel gehe. Hier findet er immer etwas Besonderes, schwärmt er.

Plänterwald. Im Treptower Park geht’s für ihn zweimal in der Woche zum Joggen. Ganz besonders mag er dabei das ruhigere Ende im Plänterwald, wo er auch mit seinen beiden Kindern immer wieder gerne hingeht. Zwischen Riesenrad und alten Relikten ertönten dann, sehr zur Freude des Nachwuchses, stets die etwas gespenstischen metallenen Geräusche der dort ebenfalls umherstehenden Dinosaurier.

Boxhagener Platz. Auf dem Platz in Friedrichhain geht’s jeden Samstag auf den Wochenmarkt. Drei Fliegen könne er hier stets mit einer Klappe schlagen: den Einkauf von frischem regionalen Gemüse, das Trinken eines erstklassigen Kaffees an einem von zwei ganz hervorragenden Coffee-Cars und das Entertainment des Nachwuchses auf dem anliegenden Spielplatz. Perfekt!

Markthalle Neun. "Egal ob Streetfood Thursday, Naschmarkt oder Breakfast Club die alte Markthalle in Kreuzberg ist immer ein toller Ort", meint Donath. Schon oft habe er überlegt, hier auch mal einen Stand zu machen. Beim Breakfast Market wäre das ein Porridge mit Guaven- und Passionsfruchtsaft, Sahne, Frischer Mango und Maronen darüber gehobelt.

K’ups Gemüsekebab. Seiner Meinung nach gibt es hier auf der Kastanienallee den besten vegetarischen Döner der Stadt. Mit Röstgemüse in einem sehr guten Pitabrot und einer leckeren Soße. "Spitze!"

Cocolo Ramen. Für eine anständige Suppe und ein Tsingtao Bier geht es für ihn in die Kreuzberger Filiale dieser Suppenküche, die nach über zehn Jahren zu einer echte Institution für traditionelle japanische Ramen-Nudelsuppen geworden ist. Ein echtes "Wohlfühlessen" sei das. Vor allem, wenn es kalt ist. Sein Favorit sei die Variante mit Braten und Ei.

Sasaya. Auch diesen Japaner auf der Lychener Straße in Prenzlauer Berg möge er sehr. Die Küche sei sehr authentisch und es gebe auch exotischere Dinge, wie man sie in Deutschland sonst nicht unbedingt beim Japaner bekommt.

Freizeitpark Germendorf. Den Dinosaurier Park bei Brandenburg steuere er das ganze Jahr hinweg mit seinen beiden Kindern an. Die liebten den Freiluft-Zoo mit regionalen Tieren ebenso wie Autoscooter, Luna Loop und die tollen Spielplätze. Besonders beliebt sei auch der Dinosaurier Park. Und im Sommer könne man sogar im anliegenden See baden.

Wein & Glas. Die Weinhandlung in Wilmersdorf habe eine hervorragende Auswahl für jeden Geldbeutel. Zwei mal im Jahr bevorrate er sich hier. Eines seiner aktuellen Lieblingsweingüter sei Moric in Österreich, seine liebsten Rebsorten die "Alte Reben" und die "Blaufränkisch".

Goldsprint. Der Fahrrad-Dealer seines Vertrauens in Treptow. Der kleine Laden sei spezialisiert auf Stadträder und habe auch eine tolle Auswahl an Fahrrad-Bekleidung, wie beispielsweise die von dem Label Mission Workshop. Die produzieren auch die besten Rucksäcke, die er kenne, schwärmt er.

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