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Berliner Lieblingsortevon Autorin Luisa Weiss

Dienstag, 18. Oktober 2016
Autorin Luisa Weiss Lieblingsorte in Berlin
Die Orte im Überblick
Karte (10)

Bei einer Veranstaltung der Privatkelterei van Nahmen im wunderbaren Rutz Restaurant sah ich Luisa Weiss das erste Mal. Weit entfernt, am anderen Ende einer langen Tafel saß sie. Doch das Leuchten in ihrem Gesicht und ihre positive Ausstrahlung blieben mir in so guter Erinnerung, dass ich mich riesig freute, als ich sie schon kurze Zeit später bei einem Event im Lorenz Adlon Esszimmer wiedersah.

Dort kamen wir nun auch ins Gespräch. Ich erfuhr von ihrem Blog The Wednesday Chef, den sie vor über zehn Jahren in New York gegründet hatte und für den sie zahllose Rezepte nachkochte, die in den Mittwochsausgaben der New York Times und Los Angeles Times veröffentlicht worden waren.

Als Tochter einer italienischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, die sich während eines Sprachkurses in Italien kennengelernt hatten, wurde sie 1977 in Berlin geboren. Schon zwei Jahre später zerbrach die Beziehung der Eltern jedoch und sie ging mit ihrem Vater nach Bosten.

Während der Ferien besuchte sie die Mutter in Berlin. Ein endloses Pendeln zwischen den Kontinenten begann und bis heute ist ihr das Reisen ein echter Gräuel. Daran änderte sich auch nichts als sie 1988 zurück zur Mutter zog und fortan ihre Ferien beim Vater verbrachte.

Nach dem High School Abschluss am JFK in Zehlendorf, begann sie in Boston Literatur zu studieren. Machte vier Jahre später ihren Abschluss und ging anschließend für ein Jahr nach Paris, wo sie ihren späteren Mann Max kennen lernte. Zehn Jahre lang arbeitete sie in Folge im Verlagswesen in New York. Zuletzt als Herausgeberin von Kochbüchern.

Neben der Literatur, war das Kochen nun zu einer echten Leidenschaft geworden. Eine Leidenschaft, die sie mitnahm, als sie 2010 zurück nach Berlin ging, um mit ihrem Mann Max zusammenzuleben. Zurück in Deutschland, begann sie an ihrem ersten Buch "My Berlin Kitchen – Eine Liebesgeschichte" zu schreiben.

Eine Autobiografie, in der sie ihre zerrissene Kindheit aufarbeitet und beschreibt wie sie in der Küche Frieden fand. Symbolisch eingeflochten eine Vielzahl an deutschen, italienischen und amerikanischen Rezepten, die ihre Erinnerungen prägten. Im Jahr der Veröffentlichung kam auch ihr Sohn Hugo zur Welt.

Schon kurze Zeit später begann sie an ihrem nächsten Projekt zu arbeiten, einem englischsprachigen Buch mit deutschen Backrezepten. "In Amerika gibt es außer einem alten Dr. Oetker Band tatsächlich kein einziges deutsches Backbuch", erzählte mir Luisa Weiss. "Das wollte ich ändern."

Am 18. Oktober ist "Classic German Baking" nun erschienen. Gerade noch rechtzeitig, um die letzten Monate ihrer zweiten Schwangerschaft etwas gemächlicher angehen zu können. Fein säuberlich vereint finden sich darin nun alle wichtigen Rezepte des deutschsprachigen Raums.

Von Streuselkuchen, Pfeffernüssen und Strudel über Brezeln bis hin zu Elisenlebkuchen und Schwarzwälder Kirschtorte ist alles dabei. Bebildert mit über einhundert Fotografien und mit vielen schönen Geschichten rund um Bedeutung und Ursprung der einzelnen Rezepte.

An einem verregneten Vormittag beim Süßkramdealer in Friedenau hat mir Luisa nun gerade bei einer heißen Schokolade inmitten zahlloser Leckereien ihre Lieblingsorte in Berlin verraten. Mit leuchtenden Augen und einer Begeisterung für die einzelnen Orte, dass ich sie anschließend am Liebsten alle sofort besucht hätte.

Noch ein Tipp. Zu den Details der einzelnen Orte gelangen Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Schlosspark Charlottenburg. Schon als Kind sei sie gerne hierhergekommen, erzählt sie mir. Und nach Ihrer Zeit in New York habe sie sogar fünf Jahre in unmittelbarer Nähe gewohnt. "Wie ein Privatpark war die Anlage damals für uns", schwärmt sie. Dort wäre sie mit ihrem Mann zum Joggen gegangen, habe den ersten Geburtstag ihres Sohnes gefeiert und überhaupt verbinde sie mit dem Park unzählige schöne Momente.

Frau Lüske. Bei dem Café-Restaurant in Lichterfelde-Süd gerät Luisa völlig aus dem Häuschen. An diesem Ort stimme einfach alles. Die Gegend drum herum, das Interieur und vor allem die Küche. Dort würde zwar nichts neu erfunden, aber alles zu einhundert Prozent richtiggemacht. Und das zu jeder Tageszeit. Am Morgen mit tollen Eierspeisen, einem Bircher Müsli nebst pochierten Aprikosen oder einem herzhaften Porridge aus Quinoa mit Pilzen und Brokkoli. Zum Lunch oder am Abend mit "internationalen, aber nie überzogenen Gerichten". Noch nie sei sie hier enttäuscht worden.

Wochenmarkt am Karl-August-Platz. Dieser Wochenmarkt in Charlottenburg sei für sie der schönste in ganz Berlin. Nicht weit davon habe sie gewohnt und sei noch immer traurig, dass sie wegziehen musste. Der Platz mit der Kirche in der Mitte, um die sich an Markttagen die Stände mit Obst und Gemüse reihen habe eine einmalige Atmosphäre, an die der Winterfeldmarkt in ihrem neuen Kiez einfach nicht heranreiche.

Kochtail. Der Küchenladen auf der Invalidenstraße gehöre einem Freund von ihr, der dort auf kleinster Fläche alles nur Erdenkliche an Kochutensilien zusammengetragen habe. Ganze 3.000 Artikel seien es. Regelmäßig gehe sie hier zum Stöbern her und verlasse den Laden nie ohne eine neue Errungenschaft.

Aroma. Der Chinese mit kantonesischer Küche auf der Kantstraße erinnere sie an die großen chinesischen Restaurants in den USA. Sie bestelle dort immer das selbe Gericht: eine Nudelsuppe mit Soja-Hühnchen, das in grob gehackten Stücken am Knochen obendrauf liege. Dazu gebe es eine Soße mit Ingwer und Frühlingszwiebeln zum Dippen. Im Zusammenspiel einfach ein perfektes Gericht!

Brücke Museum. Das Museum in Dahlem liebe sie unter den Berliner Museen ganz besonders. Nicht zuletzt auch dessen Lage wegen. Herrlich ruhig sei es dort.

Vanille Marille. Dass Luise die Sorte "Birne gute Louise" in dieser Eisdiele ganz besonders mag, könnte vielleicht am Namen liegen. Rasch betont sie daher, dass auch alle anderen Sorten einfach fantastisch seien. Insbesondere die Sorbets. Für sahniges Eis gehe sie aber auch gerne zu Nunzio nach Steglitz. Das "gesalzene Karamell" sei eine Wucht.

KaDeWe. Ganz in der Nähe sei sie aufgewachsen und gehe bis heute leidenschaftlich gerne hierher, wenn sie sich etwas Gutes tun möchte. Es scheint ihr beinahe ein bisschen unangenehm zu sein, aber sie liebe es in aller Ruhe durch die Abteilungen zu streifen. "Bei all dem Online-Shopping ist es einfach schön, die Dinge auch mal wieder in die Hand zu nehmen. Ein bisschen wie in einem Museum für all das was kreative Menschen erschaffen haben", schwärmt sie. Die Feinschmecker-Abteilung liebe sie als ein echtes Stück Berlin. Einen Treffpunkt mit "Altberliner Feeling". Wie ein großer Stammtisch sei das.

Winterfeldt Schokoladen. Neben der fantastischen Auswahl an Schokoladen habe sie sich in dem Geschäft am Winterfeldt Markt auch in das alte Interieur der zuvor hier ansässigen Apotheke verliebt. Großartig sei aber auch die Auswahl an heißen Schokoladen aus der ganzen Welt. Einige davon könne man nur in kleinen Mengen konsumieren, so stark seien die.

Domäne Dahlem. Das historische Freilandmuseum sei einer der schönsten Orte in ganz Berlin. "Andauernd könnte ich da mit meinem Sohn hinfahren", erzählt sie mit leuchtenden Augen. „Alles wirkt so unverändert und ländlich.“ Dort sei es immer schön. Egal zu welcher Jahreszeit und gleichgültig wie das Wetter ist. "Ein verwunschenes Fleckchen Erde."

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